(Foto: Michael Heinrich)

 

An diesem Samstag werden wir wieder einmal in der Bethlehemkirche in Kiel-Friedrichsort auftreten.

Ich merke, dass ich nach einer anstrengenden Woche sehr unmotiviert bin. Nur mühsam trenne ich mich von meinem Sofa und mache mich zusammen mit einer anderen Gospelboatlerin auf den Weg.

Die Bethlehemkirche ist fast 150 Jahre alt und hat eine besondere Atmosphäre. Als wir dort ankommen, stelle ich fest, dass heute viele Sängerinnen und Sänger anwesend sind. Wie schön!

Beim Einsingen steht Over my head auf dem Programm, damit hatten wir bei der letzten Probe Schwierigkeiten. Jetzt klappt es aber. Nach einer Pause starten wir um 19:00 mit Sing a new song. Die Kirche ist gut besucht, auch einige Ehemalige sehe ich im Publikum.

Meine Schwester Beate begrüßt das Publikum mit: „Na, das ging doch schon mal gut los“ und da hat sie Recht. Sie berichtet von unserem 33-jährigen Jubiläum und dass wir schon zum 9. Mal in Friedrichsort sind. Die Konzerte hier seien ihr immer in guter Erinnerung geblieben. Dann kündigt sie das nächste Stück an, es ist Michael row the boat ashore. „Das singen wir wahrscheinlich auch schon seit 34 Jahren“, meint sie. Nach „Michael“ singen wir Ain´t no rock, bevor Beate wieder die nächste Ansage übernimmt. Bezüglich Jesus Majesty erzählt sie, dass unsere Solistin nach längerer Krankheit wieder beim Konzert dabei sei. Darüber freuen wir uns wohl alle!

Wir sind heute fast vollzählig, gefühlt sind alle Sängerinnen und Sänger da, auch die Instrumente sind sehr gut besetzt. Das Publikum geht mit, und die Akustik der Kirche ist sehr gut. Ich fange an, das Konzert zu genießen und bin froh, hier zu sein!

Es geht weiter im Programm. Gaby erwähnt, dass Mary did you know eigentlich als Weihnachtslied angesehen wird, wir es aber das ganze Jahr singen würden. Ulrike sagt die „alten“ Lieder an, sprich diejenigen, die wir anlässlich unseres Jubiläums wieder ins Repertoire aufgenommen haben. Sie berichtet dabei von den positiven Auswirkungen des Singens, z.B. Senkung des Blutdrucks, Glückshormone usw. Was sie aber besonders fasziniert: Beim Singen in der Gruppe schlagen die Herzen nach einiger Zeit im gleichen Rhythmus! Die alten Songs (Put your hand, Old time religion) und auch „Over my head“ gehen gut über die Bühne.

Nach dem dann erklingenden Hallelujah gibt es wie immer in dieser Kirche eine Pause. ZuhörerInnen und SängerInnen haben die Möglichkeit zu verschnaufen und sich ein Getränk zu holen. Ich nutze die Gelegenheit, mich hinzusetzen und mit einer Freundin zu sprechen, die heute als Zuhörerin dabei ist.

Nach der Pause beginnen wir mit This is the Lord´s doing und danach folgt Lean on me. Bärbel bemerkt diesbezüglich, wie schön es sei, in schwierigen Zeiten jemanden an seiner Seite zu haben. Beide Stücke sind kraftvoll, aber auch sehr unterschiedlich. Den ZuhörerInnen gefallen sie offenbar.

Wir nähern uns langsam dem Ende des Konzerts und präsentieren jetzt unseren schwedischen und anschließend den afrikanischen Block, bevor ich die Schlussansage machen darf. Ich erzähle von meinen Motivationsproblemen vor dem Konzert und dass diese sich schnell in Freude am Singen gewandelt haben. Nachdem ich noch die Kollekte am Ausgang erwähnt habe, kündige ich das letzte Lied unseres Programms an, es ist Jesus on the mainline. Es folgt ein begeisterter und langer Applaus, der offensichtlich eine Zugabe fordert.

Heiko, unser Chorleiter, stellt zunächst die Instrumentalisten vor, die bei uns zahlreich vertreten sind. Er ergänzt hinsichtlich meiner Ansage, dass auch die Kirchengemeinde einen Teil der Kollekte erhalten wird. Als weiteres Stück erklingt dann unser Medley, welches aus verschiedenen bekannten Gospels zusammengesetzt ist. Das Stück eignet sich sehr gut zum Mitsingen, was das Publikum auch sofort umsetzt.

Zu guter Letzt singen wir noch Higher and higher, und jetzt ist wirklich Schluss. Es war ein gelungenes Konzert, was sehr viel Spaß gemacht hat! Traditionell lassen viele von uns den Abend noch beim Italiener ausklingen.

Gaby von der Heydt